Erziehungsratgeber

 

Die meisten Ratgeber werden gelesen, bevor man überhaupt einen Rat benötigt: so liest man einen Ratgeber über Tierhaltung, bevor man sich ein Tier anschafft und Ratgeber über eine Urlaubsregion, bevor man den Urlaub bucht. Man könnte sagen, man informiert sich. Ausserdem liest man gern Ratgeber, wenn man in einer Situation ist, in der man einfach Hilfe und Rat benötigt und sehr empfänglich für Ratschläge gleich welcher Art ist. Darauf baut sich so ein Buch auch auf. Auf die Hilflosigkeit des Einzelnen. So wie: Ich weiss was, was Du nicht weisst.

 

So auch die schönen vielen Erziehungsratgeber.

 

Ich habe einige gelesen, lange, bevor ich überhaupt Kinder hatte. Ich war firm in allem , was die Erziehung und Versorgung von Kindern betraf. Dass alles ist jedoch so, als würde man einen Ratgeber zum Thema Autofahren lesen und dann der Meinung sein, man könnte selbst fahren!

 

Theorie, nichts weiter. Und zudem auch "nicht ganz ohne", denn im Gegensatz zu einem Gegenstand sind Lebewesen individuel und nicht in schlichte Kapitel einzuordnen.

 

Deshalb ist es auch - aus meiner Sicht - nicht ungefährlich, sich Rat zu holen von Menschen, die rein theoretisch viel über die Erziehung von Kindern wissen, aber praktisch null Erfahrung haben.

 

Es reicht nicht, Sozialpädagogik zu studieren, um ein Kind versorgen zu können. Es reicht nicht, sich in Kursen über Kinderpflege und Erziehung zu bilden, um Kinder aufzuziehen. Rein theoretisch hat man Grundkenntnisse, aber die Praxis fehlt und die lässt sich nicht in Stunden messen oder nachholen. Die kommt mit den Jahren. Und es fehlt auch der persönliche Bezug zu dem Kind.

 

Ist man als Eltern jedoch in einer Situation, in der man sich überfordert fühlt und sich fragt, wie mache ich es jetzt bitteschön am besten, am besten für mich und am besten für das Kind? Dann ist man sehr anfällig für Ratschläge anderer. Sei es nun irgendwelcher Einrichtungen wie Familienhilfen, Erziehungsberatungsstellen oder ähnlichem. Oder auch den vielen Büchern, die zum Thema Kinder und Erziehung bereits verfasst worden sind.

 

Beginnen wir mal mit der Literatur:

 

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie viele Bücher von Menschen geschrieben worden sind, die nicht einmal über eine Gebärmutter verfügen? Oder die gar keine eigenen Kinder haben? Oder die nicht ansatzweise nachvollziehen können, wie es zum Beispiel ist, alleinerziehend zu sein, nicht viel Geld zu haben, getrennt zu leben, von Vermietern abgelehnt, von Ämtern und Behörden schikaniert zu werden?

 

Ein Buch zu schreiben ohne eigene Kinder zu haben oder ohne überhaupt ein Kind geboren zu haben ist so, als würde ich ein Buch übers Eierlegen schreiben, ohne ein Huhn zu sein.

 

Bei dem Huhn würden Sie mit dem Kopf schütteln und sagen, "das geht ja gar nicht". Bei einem Erziehungsratgeber stört Sie das scheinbar nicht.

 

Natürlich werden sich einige männliche Autoren nun" auf den Schlips getreten" fühlen, denn auch ohne jemals ein Kind zur Welt gebracht zu haben, können Sie doch ein Kind erziehen.

 

Ja, wenn Sie Väter sind, können Sie das schon. Aber trotzdem stelle ich die These auf, dass es einen Unterschied zwischen den Eltern gibt: wenn Du ein Kind monatelang in Dir getragen und auf vieles verzichtet hast und vieles in Kauf nehmen musstest, wenn Du den Schmerz der Geburt überlebt und alles damit verbundene durchgestanden hast, verbindet Dich etwas mit dem Kind, was ein Mann - so sehr er auch ein guter Vater sein mag - niemals haben kann. Diese stete Sorge um das Kind ist immens höher, wenn Du es geboren hast. Ich bin sicher, dass das viele Mütter bestätigen werden. Ausnahmen sind jedoch auch hier vorhanden.

 

Kommen wir zurück zum Punkt: Sie lesen also einen Erziehungsratgeber, der verfasst wurde, um Ihnen Tipps und Ratschläge bei der Erziehung Ihrer Kinder zu geben. So, als hätten Sie zu Hause einen hübschen Wellensittich, dem Sie Wasser, Körner und ein nettes Heim bereiten möchten.

Ein Kind jedoch ist deutlich pflegeintensiver. Allein schon, weil es der Sprache irgendwann mächtig sein wird, weil es sehr schnell lernt, wie es das bekommt, was es möchte und das lassen kann, was es eben nicht möchte.

Jedes Kind ist zudem anders. Selbst Geschwisterkinder sind zwei völlig unterschiedliche Wesen. So wie auch jede Familienkonstellation völlig anders ist. Sie könnten also Äpfel mit Birnen vergleichen und versuchen, dort eine Schnittmenge zu finden.

 

Und da ist die große Gefahr: Sie kaufen sich so einen Ratgeber entweder, bevor Sie Kinder haben. Da haben Sie aber noch keine großartigen Fragen. Und wissen auch noch nichts von den Problemen, die sich auftun, wenn die Kinder da sind. Und wie Sie selbst damit umgehen werden.

Oder Sie kaufen ihn, wenn Sie in einer Situation sind, in der Sie es richtig machen möchten, aber sehen, Sie stoßen an Grenzen und vor allem an die Grenzen einens kleinen Menschen, der sein Recht genauso einfordert, wie Sie das Ihre. Und dann möchten Sie es so gut wie möglich machen und wenden sich an eine gute Buchhandlung und stöbern in den Regalen nach dem Ratgeber, der am ehesten Ihrem Thema entspricht (oder der immer gern gekauft wird!! oder den Sie empfohlen bekommen haben oder den alle lesen oder oder oder...).

 

Manchmal haben Sie sogar Glück und finden das Thema im Buch wieder und erhalten ein paar Tipps. Oftmals ist es jedoch so, dass Ihnen Schuldgefühle gemacht werden, weil Sie irgendwie soviel falsch gemacht haben oder Sie hätten es zumindest besser machen können. Und spätestens, wenn Sie eine für Sie relevante Stelle gefunden haben, kommen Sie an den Punkt, an dem das Buch Sie mit der Frage: "Okay, und was jetzt?" zurücklässt. Es gibt Denkanstöße, aber das Buch kann ja nicht berücksichtigen, wie Sie leben, wie Ihre Familie ist und vor allem, was genau Sie benötigen. Es hält sich mit teilweise viel Blabla sehr allgemein an die bekanntesten Themen: Geburt, Babys erstes Jahr, Trotzphase, Kindergarten, Schule, Pubertät, Sexualität und Auszug. Irgendwo dazwischen sind Sie und Ihre Fragen.

Sie hangeln sich durch die Buchseiten, empfinden vielleicht Schuldgefühle (Mist, DASS hätte ich aber besser machen können) oder Hoffnung (JAAAA - so mache ich das jetzt auch mal) und dann, wenn diese Idee nicht umzusetzen ist oder Sie es nicht in Ihr Schema einbinden können, wäre es schön, den Autoren zu befragen: "Okay, klappt nicht, was kann ich also alternativ tun?" Und diese Möglichkeit gibt es nicht. Also ein weiteres Buch her.

 

Deprimierend auch, wenn man zum Beispiel in einer finanziel eher schwierigen Lage ist, die Wohnung zu klein, ohne Job oder auch getrennt lebend, mit ganz anderen Problemen sich zusätzlich herumschlagen muss und dann ein Buch von jemandem liest, der diese Situation nicht hat und/oder auch nicht nachvollziehen kann, wie sich so ein Leben anfühlt (wie denn auch? Denken Sie bitte wieder an das HUHN!!). Und derjenige, der nun wohlmeinende Ratschläge verteilt, weiss nichts über die Sorgen eines Elternteils, dass mit so vielen Problemen zusätzlich zu kämpfen hat und damit auch einer zusätzlichen Belastung unterliegt. Da ist man leider nicht immer so weichgespült entspannt, sondern auch mal am Rande eines dünnen Nervenkostüms und könnte eine Runde Entspannung und Ruhe gut vertragen, was aber nicht möglich ist. Da ist ein guter Rat durchaus gewollt, aber - es muss halt passen.

 

An wen würden Sie sich also wenden, wenn Sie Rat benötigen? An jemanden, der Ihre Situation versteht und sie nachvollziehen kann. Na gut, ein guter Arzt muss nicht selbst die Pest überlebt haben, um sie behandeln zu können. Aber es ist durchaus hilfreich, wenn er weiss, wie man sich fühlt und somit einfühlsamer mit dem Patienten umgehen kann.

 

Deshalb finde ich es zum Beispiel durchaus empfehlenswert, wenn sich die Mütter (ich beziehe mich nun einmal besonders auf sie, weil sie a) dazu neigen, stets ein ultraschlechtes Gewissen zu haben, auch wenn es gar nicht notwendig ist und b) es unglaublich viele alleinerziehende Mütter gibt, die mit vielen Vorurteilen zu kämpfen haben und auf jeden Fall Rat, Hilfe und Unterstützung benötigen) untereinander vernetzen. Jede Mutter war schon mal in einer Situation, die nicht einfach war, und kann aus diesem Erfahrungsschatz anderen weiterhelfen. Manchmal hilft es auch, sich anderen gegenüber öffnen zu können ohne verurteilt oder gemaßregelt zu werden. Mütter untereinander müssen sich viel mehr unterstützen, denn sie wissen am ehesten, wie es geht, was geht und vor allem, wie man eine Lösung findet.

 

Was leider ab und zu vorkommt ist die Tatsache, dass es auch dort Frauen gibt, die sich anmaßen besser zu sein oder auf andere hinabzusehen. Dabei kann jeder in eine Lage kommen, in der er/sie Hilfe benötigt und dann ist es gut, wenn man einen geschützten Rahmen hat, wo man sich alles frei von der Seele sprechen oder schreiben und sich erstmal Luft verschaffen kann. Es tut gut von anderen Zuspruch zu erhalten und zu hören, anderen ging es ähnlich und wie haben sie es gelöst.

 

Witzigerweise ist DAS genau das, was in professionellen Einrichtungen (Sozialpädagogischen) praktiziert wird: das nennt sich Supervision. Da setzen sich die Mitarbeiter zusammen und sprechen über die einzelnen Fälle. Dass öffnet neue Perspektiven, löst den Blick und schafft eine Distanz zur Frage. Es ist zwingend notwendig, weil man sich sonst auch in einer Sache verrennen kann und so seine Gedanken ordnen und von außen draufblicken kann.

 

Warum also nicht so etwas auch unter Müttern anbieten? Sich austauschen, gemeinsam nach Lösungen suchen und sich wertfrei gegenübertreten. Eigene Erfahrungen einfließen lassen und das Wichtigste überhaupt: Reden schafft schon mal das Gefühl, es geht schon etwas besser. Man trifft auf Verständnis und darf auch mal schwach sein.

 

Deshalb gibt es mittlerweile auch sehr viele Müttergruppen (ja, auch Vätergruppen und spezifisch alles von Alleinerziehenden, über Pubertiere bis hin zu Erfahrungen mit Ämtern und Behörden). Ein Hinweis, die Gruppen nicht zu groß werden lassen. Besser ist es, sich auf Augenhöhe zu begegnen, den Überblick zu behalten und zu wissen, wer ist überhaupt alles dabei.

 

Was ist nun mit den Beratungsstellen? Die Alternative zum Buch ist die persönliche Beratung vor Ort.

 

Es gibt fast überall Erziehungsberatungsstellen und Einrichtungen, in denen man sich Hilfe holen kann. Wo man Rat bekommt und sich und die Kinder vorstellt. Aber auch hier das Risiko:

 

1. Man kennt das Gegenüber nicht. Vertrauen setzt Vertrauen voraus. Wenn ICH mich also der Gegenseite öffne, die Gegenseite aber absolut neutral bleibt (bleiben muss von Berufs wegen), was für ein Verhältnis ist das am Ende? Ich begebe mich in die Hände von Unbekannten, die viel persönliches gegen mich in der Hand hat, wo ich nie sicher weiss, ob sie es nicht gegen mich verwenden, was es für ein Bild von mir macht, was und wie sie das Gehörte aufnehmen, denn das, was ich sage, muss nicht so beim anderen ankommen. Da spielen viele Dinge eine Rolle: wie sieht mich der andere, was für einen Eindruck hinterlasse ich, wie ist meine Tagesform - habe ich gerade mega Stress mit den Kindern und lasse den ungebremst dort raus oder war es ein ruhiger Tag und ich kann aus der Distanz berichten? Wie wirke ich auf den anderen? Und wie ist die Tagesform des Gegenüber? Spreche ich vielleicht unbewusst etwas an, was den anderen triggert, an eigene Erlebnisse erinnert und deshalb negativ ausgelegt wird? Man darf nie vergessen, hier sind Menschen aktiv und keine Maschinen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man oftmals schnell in Schubladen gesteckt wird und mit Vorurteilen leben muss. Auch wird es nicht gern gesehen, wenn man selbst aktiv ist (in meinem Fall meine Müttergruppen) - denn wer sich Rat holt darf natürlich keine Ratschläge erteilen - das bringt das Weltbild durcheinander ;-)

 

2. eine große Hiflosigkeit. Man geht oftmals mit einer Frage hin und kommt mit vielen Fragen wieder nach Hause. Im Gespräch wird sich nicht auf die Frage konzentriert, sondern man guckt, was gibt es so im Leben der Mutter, wie lebt sie, wie wohnt sie, was macht sie, wie sind die Kinder, was war hier und was war da und man verliert sich in Nebensächlichkeiten, die auf den ersten Blick sicherlich dazu dienen sollen, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen, um DANN eine Lösung zu finden. Tatsächlich entstehen so jedoch Nebenschauplätze und man kommt vom ursprünglichen Thema weg. Am Ende sitzt man zu Hause und hat nach wie vor keine Lösung.

 

Und auch da ist es wie bei den Büchern: Was für die eine Familie passt, muss für die andere nicht stimmig sein. Eigene Erfahrungen - so vorhanden, fließen ein, sind aber anders verpackt, als in den Müttergruppen. Hier ist ein Ungleichgewicht zwischen dem Ratsuchenden und der Obrigkeit, dem Beratenden. Man ist oftmals eingeschüchtert, weil man sich nicht auf Augenhöhe begegnet und traut sich nicht, kontrovers zu antworten. Auch aus Furcht vor möglichen Nachteilen. Kinder sind ein empfindsames Thema. Es würde vielen Einrichtungen gut tun, mehr Höflichkeit und besonders mehr Respekt den Müttern gegenüber zu zollen, denn sie leisten immens viel und verdienen es, entsprechend behandelt zu werden.

 

3. Was sehr gefählich ist: private Einrichtungen, wie Familienhilfen oder dergleichen, die durch die  Aufträge der Ämter sehr profitieren. Für die ist eine Maßnahme, die zum Beispiel vom Jugendamt bezahlt wird, eine dauerhafte Einnahmequelle. Denn egal, wie es tatsächlich in der Familie abläuft, entscheidend ist für das Amt immer, was die Familienhilfe schreibt. Wenn sie also der Meinung ist, die Familie benötigt Untertützung, kann sie das dem Jugendamt mitteilen und die Maßnahme läuft noch sehr lange weiter. Sie kann sogar Diagnosen stellen, ohne fachlich dafür qualifiziert zu sein oder weitere Maßnahmen vorschlagen, ohne dass diese tatsächlich erforderlich sind. Denn die Ämter glauben in erster LInie dem Anbieter, besonders, weil es ja Sozialpädagogen und damit Fachleute und Kollegen sind und man ja weiss, dass Eltern meistens keine Hilfen wollen. Was schon vom Ansatz her nicht stimmt, zumal, wenn man sich Hilfe holt, dann will man doch Unterstützung. Und sollte auch wahrgenommen werden, wenn die Familienhilfe keine gute Arbeit leistet. Das Problem ist, dass die ganze Angelegenheit nicht gläsern ist und nicht genügend überprüft und in Frage gestellt wird, so dass die Eltern mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen werden. Die Anbieter wissen aber sehr genau, dass sie da eindeutig im Vorteil sind.

 

Wenn Sie Hilfe benötigen, dann berücksichtigen Sie doch bitte folgende Ratschläge:

 

a) Überlegen Sie sehr genau, WEM Sie sich anvertrauen und welche Art von Hilfe Sie benötigen. Gehen Sie immer auf den kleinstmöglichen Anbieter ein, bevor Sie "große Geschütze" auffahren. Soll heissen, erstmal Institutionen in Anspruch nehmen, die neutral sind und unabhängig von Ämtern und Behörden.

 

b) Der Leitsatz: "Wer sich Hilfe holt, zeigt Verantwortungsbewusstsein und wird positiv angesehen" ist etwas, was zum Beispiel die Jugendämter gern verbreiten. Um das Vertrauen der Eltern zu gewinnen. Fakt ist jedoch: JEDER, der sich Hilfe holt, wird früher oder später damit konfrontiert, es scheinbar nicht allein zu schaffen. Es wird IMMER als Nachteil gewertet. Denn wer sich Hilfe holt, schafft es umgekehrt wohl nicht allein und ist damit am Ende nicht fänig zu erziehen. Also VORSICHT! Nicht "einlullen" lassen von solchen Aussagen!

 

c) Gehen Sie zu keinem Termin ohne Begleitung, auch jedes Telefonat sollte im Besein von Zeugen stattfinden und der Inhalt mit Datum und Sachbearbeiter notiert werden oder am besten alles schriftlich notieren. Es könnte mal sehr wichtig sein, Zeugen für gemachte Aussagen zu haben. Denn unabhängig davon, wie Sie die Sache berichten, ist es eine völlig andere, was das Jugendamt oder ein anderer Anbieter daraus verfasst. Sie haben keine Möglichkeit, einen Einblick in die Akten zu nehmen und damit zu prüfen, ob das von Ihnen gesagt auch so wiedergegeben wurde. Halten Sie sich klar vor Augen - es sind keine Freunde oder Familie, denen Sie sich anvertrauen und Sie haben auch zu keinem Zeitpunkt Ihr persönliches Wohl im Auge. Seien Sie stets darauf bedacht, das nicht zu vergessen! Auch der Hinweis vom Jugendamt, als "Wächter der Kinder" zu handeln ist etwas, was Sie genau wahrnehmen sollten. Ein Wächter hat immer mit Macht und Zwang zu tun, niemals mit dem Wohl und dem, was angemessen wäre. Das Kindeswohl ist nicht zwingend das, was wirklich gesehen wird. Sonst würde es umgekehrt nicht so viele Fälle von Kindesmisshandlungen geben, bei denen die Ämter informiert waren, aber nicht gehandelt haben, von Fällen, in denen man Kinder aus Familien genommen hat, was absolut falsch war und den Kindern dauerhaften Schaden zufügt, von Kindern, die in zweifelhafte Pflegestellen kamen - es gibt leider sehr viele Berichte darüber, die nicht Teil einer schlechten Doku im Privatfernsehen sind, sondern leider Behördenalltag in Deutschland.

 

d) Jugendämter arbeiten oft mit Drohungen. Offiziel nicht, aber inoffiziel gibt es sehr viele Berichte von Eltern und Alleinerziehenden, die massiv unter Druck gesetzt worden sind. Es ist in Deutschland auch nicht wirklich schwer, Kinder aus Familien in eine sogenannte Obhut zu nehmen. Eltern werden gern unter Druck gesetzt und handeln dann aus Angst. Lassen Sie sich zu keinem Zeitpunkt bedrohen. Die Ämter haben viel Macht, aber auch nur, weil die Eltern Angst haben. Und genau das wissen die Behörden. Also - lassen Sie sich nicht einschüchtern. Holen Sie sich Hilfe, egal von welcher Seite. Wenden Sie sich notfalls an die Presse und berichten Sie von den Methoden. Je mehr Eltern sich wehren, umso eher hört die Willkür der Behörden auf.

 

Leider sitzen dort oftmals Mitarbeiter, die ähnlich wie das Huhn über etwas urteilen sollen, was sie selbst nur aus Büchern erlernt haben. Und was sie nicht einmal nachvollziehen können.

 

Und auch die derzeitige Gesetzeslage und Politik führt dazu, dass es gerade alleinerziehenden Müttern sehr schwer gemacht wird, gut und mit den ihnen zustehenden Mitteln die Kinder zu versorgen. Alleinerziehend bedeutet nämlich, dass man wirklich die Kinder alleine erziehen muss - trotz gemeinsamer Sorge. Das Sorgerecht zwingt die Eltern nämlich, nach der Trennung so zu tun, als ob sie noch gemeinsam an einem Strang ziehen. Und vielen Vätern ist es direkt nach der Trennung ein große Bedürfnis, Rechte einzufordern, die sie in der Beziehung hatten, aber niemals in Anspruch genommen haben. Der Gesetzgeber erlaubt ihnen jedoch nach der Trennung, mit Hilfe dieser Vorgaben es dem alleinerziehenden Elternteil sehr schwer zu machen und sich so praktisch zu rächen - ohne, dass es dem Kindeswohl dient! Und dafür muss der andere Elternteil noch nicht mal einen Nachweis erbringen, dass er dieses Recht auch wirklich für sich beanspruchen darf. Die einfachste Frage wäre doch schon einmal "wie oft haben Sie in der Beziehung das Kind betreut?" Von daher finden diese Mütter nicht nur bei den Ämtern keinen Schutz und keine Unterstützung, sondern werden auch bei Gericht benachteiligt. Und jede Alleinerziehende, die ihren Anwalt durch einen Beratungsschein beauftragt, weiss auch, dass sie damit benachteiligt ist. Die übrigen Kosten zum Beispiel für einen Gutachter müssen die Eltern übrigens auch selbst bezahlen. Wer da finanziell benachteiligt ist, sollte klar sein.

 

Es gibt also einiges zu tun, was die Gesetze betrifft. Und es gibt vieles, was man unter den Slogan: Stärkt die Mütterrechte, damit stärkt ihr auch die Kinder - tun kann.

 

Was nun aber mit den Erziehungsratgebern: Eine kurze Zusammenfassung. Kaufen Sie nicht jedes Buch, was Ihnen suggeriert, DAS Buch mit den Erziehungstipps zu sein. Vertrauen Sie auf Ihre Intuition, suchen Sie Kontakt zu anderen Müttern, und zwar zu Müttern, in einer vergleichbaren Situation. Überlegen Sie zudem gut, wem Sie wirklich vertrauen können. Achten Sie bei Ämtern und Behörden stets darauf, alles genau zu dokumentieren und sich ggf. Zeugen dazuzuholen. Weisen Sie in Beratungsgesprächen immer auf die ursprüngliche Frage hin und denken Sie daran, dass SIE die Fragen stellen und das es auch beim Thema bleibt. Scheuen Sie sich nicht, anderer Meinung zu sein und haben Sie nicht das Gefühl, sich stets rechtfertigen zu müssen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie einer völlig fremden Person gegenübersitzen und wägen Sie ab, wem Sie was anVERTRAUEN wollen.

 

Achten Sie persönlich darauf, sich Ruhepausen zu schaffen. Wägen Sie ab, wie viele Regeln Sie zu Hause aufstellen und ob und wann Sie wirklich NEIN sagen müssen. Seien und bleiben Sie konsequent, aber auch nur dort, wo es erforderlich ist. Machen Sie eine Supervision - einen Austausch mit der Familie, mit Freundinnen, mit Müttern. So verschaffen Sie sich einen Blick von außen auf den Sachverhalt. Und ganz wichtig: Haben Sie Humor!! Und würdigen Sie Ihre Leistung und auch das, was und wie Ihre Kinder sind. In diesem Sinn - alles Gute für Sie!